Aktuelles-Restauration Heinkelroller 1. Teil
Soll ich oder soll ich nicht ?Was ist eigentlich ein Roller ? Zu kleine Räder, den Motor sieht man nicht, ist das überhaupt etwas für mich ? Ich glaube nicht !Aber trotzdem ; an der BMW gibt es nichts mehr zu schrauben, also muß was "Neues" her. Motorräder habe ich lange gesucht,aber alles zu teuer .
Für einen Haufen verrosteten Schrott wollen alle Leute zu viel Geld haben. Da fand ich den Heinkel ; 103 A0, recht guter Zustand ( zumindest optisch ). Preis in Ordnung. Lange nachgedacht, schlaflose Nächte - bis Silvia sagt. " Nun kauf den Schrott, damit ich endlich meine Ruhe habe". Gesagt, getan (Danke, Silvia + Boris) " Der läuft sogar noch " sagte der Verkäufer. Als ich ihn abholen wollte, blieb mir beinahe das Herz stehen. Die Garage voller Qualm und der Motor lief. Und das nach über 7 Jahren Stillstand. So was macht man ja eigentlich nicht. Na, gut - Roller in den Transporter und ab nach Hause in meine Schrauberbude. Angefangen zu zerlegen - optisch eigentlich in recht gutem Zustand - alle sagten " Dolles Teil ". Na ja , dann fing es an. Zuerst einmal die Karosserie runter. Kaum Rost, O.K. - macht der Lackierer. Dank Torsten ( Spiderman) , der kannte einen, Superarbeit zu einem Superpreis ( Danke Udo ! ). Dann ging es an das Fahrgestell. Abende und Nächte gingen drauf und manche Flasche " Herri". Danke für dein Verständnis Silvia. Anfangs sah alles ganz gut aus, dann kamen die Details : Das Lenkkopflager mit Hammer und Meißel eingestellt. Das Gewinde natürlich versaut. Dank der guten Ersatzteilversorgung vom Heinkel-Club-Deutschland erhielt ich neue Lager, Lenkkopfmutter und eine neuwertige Gabel. Sämtliche Bowdenzüge erneuert, Kabelbaum war Schrott - einfach einen neuen angefertigt - schließlich bin ich Elektroniker. Also kein Problem. Dann das "Triebwerk" entfernt. Versager zerlegt und gereinigt und gleich neue Dichtungen verbaut. Dann hab ich mir die Triebwerkstrennung ( Kupplung) vorgenommen. Au Weia, da halfen nur Neuteile. (Gibts vom Heinkel-Club, wenn man Mitglied ist, für einen fairen Preis). Das passende Werkzeug gibts dort auch . Danach widmete ich mich dem Motor ( Anlasser von Torsten`s CBX). Kolben und Zylinder tadellos. Kurbelwelle vermessen und Lagerspiel innerhalb der Toleranz. Ventile eingestellt. Den Zylinderkopf wollte ich gern auf "bleifrei" umbauen. Aus Kostengründen verschieb ich das ( bis ich Silvia rum habe). Nächster Schritt : Motor zusammenbauen und ins Fahrgestell implementiert. 1. Startversuch - Na,ja, dat Triebwerk bewegt sich aus eigener Kraft. Das war auch alles ( läuft wie ein Bund Wurzeln ). Ach ja, die Zündung muß ja auch eigestellt werden. Ist aber null Problemo für mich. Leider hatte sich der Vorbesitzer auch schon daran versucht ( siehe Lenkkopflager ). Ich glaube außer Hammer und Meißel hatte der kein anderes Werkzeug. Also Lüftergehäuse überarbeitet, Kontaktplatte und Kontakte bestellt - der Postbote mit den Päckchen vom HCD und ich sind schon fast per " Du ". Aber jetzt läuft der Motor perfekt. Über die Kosten möchte ich lieber nicht sprechen, weil meine Frau auch Internet hat. Silvia, das war ein Spass am Rande !!! Ihr kennt das alle !!! Für einen Appel gekauft - für fünf Äppel restauriert. Nun steht er in meiner Werkstatt und freut sich auf den Frühling. Ich bin jetzt bei der Elektrik. Da liegt auch eine Menge im argen. So viel für heute - demnächst mehr bei den Zweirad- Freunden- Burgdorf.
P.S. Für Rückfragen bitte Peter per Email kontakten.
Heinkel Restaurierung Teil 2Elektrik und andere Überraschungen.Nachdem der Motor nun läuft, die Karosserie, Felgen und Kleinteile lackiert sind, widmete ich mich nun der elektrischen Anlage.Viel ist das ja nicht, aber einige Arbeit hat es doch bereitet. Zumal der Regler nach dem Zerlegen so ziemlich in seine Einzelteile zerbröselte. Bei diesen kleinen Batterien, die der Roller hat, sollte man beim Regler sehr pingelig sein. Also komplett überholt. Ich habe dann alle Schalter zerlegt, gereinigt, Kontakte poliert und gangbar gemacht.Wer noch nie ein Zündschloss zerlegt hat, der kann kaum ahnen, aus wieviel Einzelteilen so ein Ding besteht.
Alle Strippen wurden neu verlegt. Ein Tipp am Rande: zieht niemals alle Leitungen aus dem Lenker ohne vorher wenigstens eine neue dranzubinden. War eine ganz schöne Fummelei, die neuen Strippen durch den Lenker zu kriegen. Aber zum Schluss hat`s geklappt, und es funktioniert auch alles. Wenn ich mal keine Lust zum Schrauben habe, was selten vorkommt,surfe ich gern mal im Internet. Meistens auf der Suche nach Heinkelteilen. Und siehe da; eine nagelneue Vorderradfelge mit neuen Bremsbacken, Tachoantrieb und allem was dazugehört für 22 Euro gekauft. Ein echtes Schnäppchen, das natürlich sofort eingebaut wurde.
So ganz fit bin ich als Heinkelschrauber allerdings noch nicht, jedenfalls war der Einbau des Vorderrades eine echte Plackerei. Zum Glück kam gerade Torsten (das macht er manchmal auf ein Herri), und zu zweit hat es dann geklappt. Ich hoffe, ich hab`nicht mal `ne Panne, wenn ich allein unterwegs bin. Nachdem nun alles zusammengebaut war, und ich den Roller mal bewegen wollte; auf dem Hof und noch ohne Sitzkiste kam die nächste Überraschung: die Kupplung trennt nicht. Wenn ich sie einzustellen versuche, gibt es nur 2 Zustände: Ein- oder ausgekuppelt. Dazwischen nichts. Nun ist sie wider auseinandergebaut, aber einen richtigen Fehler kann ich eigentlich nicht finden. Vielleicht liest ja jemand meinen Bericht, der sich damit auskennt und mir einen Tipp geben könnte. Ich wäre sehr dankbar dafür. Ach ja, mein Tacho ist zur Reparatur; seit über 6 Wochen, und nichts tut sich. Weiteres folgt wenn meine Kupplung wieder funktioniert und mein Tacho eingebaut ist. Torsten ist dabei die Abdeckung für das Reserverad zur Lackierung vorzubereiten. Die Abdeckung hat schon einige "Bombeneinschläge" erlebt. Außerdem ist der gebördelte Rand durch zu festes Anschraubem total platt gedrückt. Die Form wird wieder hergestellt und mittels Karosseriefeile geschlichtet um das kostbare Teil für die Lackierung (ohne viel Spachtel) vorzubereiten. Nach längerer Schrauberabstinenz ( Job und Familie fordern auch ihren Tribut ) kam ich endlich dazu, die Arbeiten an meinem Roller zu beenden. Der Tacho kam nach langer Zeit aus der Reparatur, wurde eingebaut, und funktioniert auch. Auch den Fehler an der Kupplung habe ich gefunden und beseitigt; glaubte ich, doch dazu später mehr. Auf den guten Rat von Heinkelfreund Lutz Sproesser habe ich unter die neuen Federn noch Scheiben gelegt, und das hat sich bewährt. Danke, Lutz !! Es folgte dann die Endmontage. Die neu lackierten, inzwischen schon wieder eingestaubten Karosserieteile wurden vom Speicher geholt und eingebaut. Das Einstellen der Schaltung hat mir noch einigen Ärger bereitet; die Gänge wollten nicht so richtig einrasten! Bis mir bei der Durchsicht der Teileliste eine kleine Kugel und eine Feder am Schaltgriff auffielen. "sowas hat mein Roller gar nicht". Also kurze Email an Hertha Daiß, die Teile kamen wie immer prompt. An dieser Stelle noch mal ganz herzlichen Dank an Frau Daiß und ihr Team vom HCD für die tolle Arbeit. Also, Feder und Kugel eingebaut,-siehe da, die Gänge flutschen nur so. Dann das übliche Procedere, Kupplung und Bremsen eingestellt, Licht überprüft und Scheinwerfer eingestellt. Öl runter, neues Rasenmäheröl rein; das einzige Einbereichsöl, das ich finden konnte! Roller 2 Tage stehen lassen, alles dicht. Meine Tochter Michi arbeitet bei uns auf der Kfz-Zulassungsstelle, so brauchte ich für die Beantragung eines Kurzzeitkennzeichens nicht mal Urlaub zu nehmen. Danke, Michaela!! Dann kam der grosse Tag: Vollabnahme beim TÜV. 10 km Hinfahrt, die ganze Überprüfung hat keine 10 Minuten gedauert, es folgte die Probefahrt durch den Prüfer. Schmunzelnd kam er zurück. Ich hatte ein ganz schön flaues Gefühl in der Magengegend-- ich glaub`das geht allen so! Dann das Ergebnis: Ohne Mängel !!!! Puh`das wäre geschafft !!!! Es dauerte noch eine halbe Stunde,dann hatte ich alles beisammen.
Stolz liess ich den Roller an und machte mich auf die Heimfahrt. Dann fing plötzlich die Kupplung das Rutschen an, und nach 500 Metern hatte ich keinen Vortrieb mehr. Werkzeug raus, Roller auf die Seite gelegt und nachgeschaut.Der Kupplungsstift schaute fast 20 mm aus dem Gehäuse, sollte ich vergessen haben, die Mutter richtig festzuziehen ? Also, nach "Schnauze" eingestellt und weitergefahren. Nach 3 - 4 Kilometern fing das gleiche Spiel von vorne an. Zum Glück ist das nicht bei der Probefahrt durch den TÜV- Menschen passiert. Zuhause dann die Kupplung aufgemacht, und auf das Drucklager getippt; woran sollte es sonst liegen, wenn sich die Kupplung beim Fahren verstellt? Wieder Email an den HCD, nach 3 Tagen war das Lager da, nach 4 Tagen eingebaut; und er läuft und läuft und läuft. Aber halt, das war ja kein Heinkel, sondern der Werbeslogan für ein Fahrzeug mit 4 Rädern. Trotzdem, mein Roller tut das auch.Meine Tochter hat dann den Roller am nächsten Tag für mich zugelassen; und mir auch ein ganz tolles Kennzeichen verpasst. Danke Michi!!An dieser Stelle ganz herzlichen Dank all`denen, die mich bei meiner Arbeit unterstützt haben, und mir Mut gemacht haben, wenn mal etwas nicht so geklappt hat. Ganz besonderen Dank meiner lieben Silvia für ihre Geduld und das Verständnis wenn ich Tage und Nächte in meiner Werkstatt verbracht habe!!! Danke auch meinem lieben Freund Torsten für die tatkräftige Unterstützung und die viele Zeit die er auf unsere Seite verwandt hat. Danke auch an seine Sylvia für ihr Verständnis, wenn wir Zweiradfreunde einiges an Zeit für unser Hobby aufwenden.
Ach Ja; meine Silvia fragt: "Jetzt, wo der Roller fertig ist, was kommt als nächstes" ??
Äh, ich hab`da mal einen Heinkel als Gespann gesehen....... Schau`n mer mal....
Mit heinkeligen Grüssen an alle, die meinen Bericht gelesen haben, oder es noch tun sollten !
Peter Scherwinsky
Auf die schöne Arbeit kann dann auch schon einmal angestossen werden. Seht Ihr das"Glänzen" in Peter`s Augen. Wir danken auch Familie Koch für die freundliche Bereitstellung des Gartens für die tollen Aufnahmen.